iRights.Lab: Chancen von Algorithmen und Künstlicher Intelligenz

Dass die Digitalisierung und der damit verbundene technologische Fortschritt Auswirkungen auf unsere Gesellschaft hat wie kaum eine Entwicklung seit der Industrialisierung im 18. Jahrhundert, ist nicht nur eine gerade im politischen Kontext häufig formulierte Binsenweisheit, sondern in nahezu allen Lebensbereichen zu fast jeder Tages‐ und Nachtzeit erlebbar.

Soziale Netzwerke wie Facebook und Messengerdienste wie WhatsApp haben unser Kommunikationsverhalten grundlegend verändert und oftmals ist eine problematische Sammlung und Auswertung personenbezogener Daten mit der Nutzung solcher Plattformen verbunden.

Dennoch sind mit Risiken immer auch immense Chancen verbunden und jede gesellschaftliche oder technologische Revolution bringt immer auch mit sich, dass zwei Seiten einer Medaille gesehen und der Gesamtwert betrachtet werden muss.

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Praxistipp: Werwolf – a Privacy Friendly App

© SECUSO / TU Darmstadt

Jackpot: Der Spieleklassiker Werwolf als App, die gleichzeitig auch noch privatsphärefreundlich ist!

Werwolf (Privacy Friendly) verspricht eine ordentliche Spielleitung des beliebten Rollenspieleklassikers „Werwolf“. Die Handhabung ist einfach: Alle Beteiligten laden sich die kostenlose App (nur für Android) auf ihr Smartphone, eine Person startet das Spiel, die anderen treten per IP‐Adressen‐Suche dem Spiel bei, dann bekommen alle ihre Rollen zugewiesen. Ab sechs Personen funktioniert das Spiel so richtig gut. Bürger*innen und Werwölfe sind selbstverständlich, Hexen*r und Seher*innen gibt es optional. Jetzt leitet die App per Sprachausgabe das Spiel an. Das kennt man ja: „Es wird dunkel, die Nacht bricht herein. Schließt die Augen. Die Werwölfe erwachen aus ihrem Schlaf. Seht euch um und lernt euch kennen.“, usw, usw. Nerdhinweis: Die blecherne Computerstimme die aus dem Smartphone dringt und das Spiel anleitet, finde ich lustig, ist aber vermutlich für die meisten gewöhnungsbedürftig. Dass die IP‐Adresse nicht per Copy‐and‐Paste verschickt werden kann, sondern diktiert werden muss, fällt mir gleich auf. Vermutlich wollen die Entwickler, dass man zumindest zu Beginn des Spieles einmal noch miteinander reden muss.

Spaß beiseite. Die App macht großen Spaß und tut genau das was sie tun soll: Werwolf anleiten. Punkt. Keine Werbung, minimale Zugriffsberechtigungen. Kein überflüssiger Schnickschnack. Geradezu perfekt für die privatsphärefreundliche Gruppenstunde! Und überhaupt, die Privatsphäre: Die Werwolf‐App ist nur eine Applikation eines größeren Portfolios der Forschungsgruppe SECUSO der TU Darmstadt. Die haben sich nämlich der genaueren Untersuchung menschlichen Faktoren in den Bereichen Sicherheit und Privatsphäre verschrieben. Auf deren Seiten kann man nicht nur durch diverse Forschungsergebnisse klicken, sondern auch noch in deren Bestand der Privacy Friendly Apps stöbern. Die Privacy Friendly Schrittzähler App hat schon den Weg auf mein Smartphone gefunden.

#BKDJvernetzt besucht iRights

Verbraucherschutz – ich gebe es zu: Dieses Wort langweilt mich. Normalerweise. Die Menschen von iRights, vor denen wir gerade sitzen, erzählen aber etwas von digitalem Verbraucherschutz: „Wir setzen uns für die digitale Mündigkeit des Einzelnen ein!“. Jetzt werde ich hellhörig.

© iRights.info

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Für Kurzentschlossene: Workshop Daten & digitale Tools in der Jugendarbeit

Was sind Daten? Wie können sie in der Jugendarbeit genutzt werden? Wie kann ich sie einfach analysieren und visualisieren?

Zu diesen Fragen lädt die Open Knowledge Foundation interessierte Fachkräfte aus der Jugendarbeit am 7. und 8. Dezember, jeweils von 10 bis 15 Uhr, nach Berlin ein. (Unterkunft und Fahrtkosten werden übernommen.)

?Mehr Informationen und die Anmeldung gibt’s bei der Open Knowledge Foundation

WHAT THE F***! – Der Zündfunk‐Netzkongress

Wie mit Populismus, Überwachung, Hass, Privatsphäre, Sexismus, etc. im Netz umgehen? Alte Fragen, wenig neue Antworten. Der Netzkongress köchelte bekannte Themen unter dem Titel „WHAT THE F***!“ beharrlich auf mittlerer Flamme. So nicht neu, aber trotzdem wichtig. DENN DIE SACHE IST NOCH NICHT DURCH! #zf17

© Zündfunk / Bayern2

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Alles geklärt?“ – Broschüre zu Mediennutzung und Recht

Es ist heutzutage dank Smartphones und Co. leichter denn je, eigene Medieninhalte zu erstellen und über Facebook, Instagram und andere Plattformen zu verbreiten. Remixe, Mash‐Ups, Montagen und Memes bestehen dabei hauptsächlich aus Material, das man nicht selbst erstellt hat, das aber bunt und witzig „zusammengeklebt“ neue Erzählungen schafft und uns allen täglich auf YouTube begegnet. Aber: Darf man das einfach so? Alles geklärt?“ – Broschüre zu Mediennutzung und Recht“ weiterlesen

Das geht ins Ohr – Netzpolitische Podcasts

Wer noch keine Podcasts hört, sollte dringend damit anfangen. Die gibt’s nämlich zu (fast) jedem Thema. Freilich auch bezüglich dieser Netzwelt. Hier empfehlen wir euch eine kleine Auswahl an Podcasts, die Beispiele, Debattenbeiträge und Informationen zu netz‐ bzw. medienpolitischen, -kulturellen und/oder pädagogischen Auseinandersetzungen liefern.

Mikrofon im Aufnahmestudio
© pixabay / CC0 Public Domain

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Digitale Welten im ökumenischen Sozialwort

Stellungnahmen zu digitalen Lebenswelten aus der Sicht von Kindern und Jugendlichen gibt es noch nicht viele in den BDKJ‐Verbänden und darüber hinaus. Ökumenische Stellungnahmen zu Netz‐Themen sind noch seltener, auch wenn die Kirche‐im‐Web‐Tagungen seit Jahren in ökumenischer Trägerschaft veranstaltet werden. Zuletzt bei der Re:publica in Berlin waren evangelischer und katholischer Vortrag noch sauber paritätisch getrennt.

Umso erfreulicher, dass BDKJ und aej schon vor einigen Wochen das ökumenisch Sozialwort der Jugend vorgelegt haben – erstmals auch mit einem Kapitel »Digitale Welten«. Darin wird klar beschrieben, was für Kinder und Jugendliche heute schon Alltag und selbstverständlich ist: Es gibt nicht »das Netz« und »das Leben«, nicht »das Virtuelle« und »das Echte« – es gibt nur die Welt, und die wird vom digitalen Wandel geprägt. Klar, dass da auch junge Menschen sich an der Gestaltung dieser Welt beteiligen müssen: »Ein positives Verhältnis zum digitalen Wandel ist notwendig. Gleichzeitig bedarf es der kritischen Aneignung und der Auseinandersetzung mit diesen Entwicklungen und ihren Auswirkungen«, heißt es in dem Papier.

Kritisch sein bedeutet zum Beispiel: Klar, das Netz ist wichtig und allgegenwärtig – aber wir müssen aufpassen, dass wir auch wirklich allen Menschen gleichberechtigt Zugang ermöglichen. Auf technischer Ebene durch Netzneutralität, auf gesellschaftlicher Ebene durch Teilhabepolitik, die das Netz mitdenkt, auf rechtlicher Ebene durch den Schutz von Anonymität und Vertraulichkeit und Netzpolitik mit Augenmaß. Medienbildung ist wichtig – damit junge Menschen selbstbestimmt und und verantwortlich das Netz nutzen können. Das Urheberrecht muss zeitgemäß reformiert werden, damit Alltagspraktiken (nicht nur) junger Menschen nicht kriminalisiert werden. Und natürlich muss das geltende Recht durchgesetzt werden, um Menschen vor Hass und Diskriminierung zu schützen und Freiheiten wie das Briefgeheimnis, informationelle Selbstbestimmung und Privatsphäre zu verteidigen. „Big Data“ hat viele Chancen – aber was mit den eigenen Daten passiert, darüber sollen alle selbst die Hoheit haben.

Ganz wichtig für Jugendverbände: Die Frage nach demokratischer Öffentlichkeit und Teilhabe. An der Öffentlichkeit beteiligen sich nicht mehr nur professionelle Journalist_innen – alle können zum Sender, zur Senderin werden. Da braucht es eine Förderung der Informationskompetenz und aktive Sensibilisierung für eine reflektierte Medienkritik. Und auch die Politik wird digital: neue digitale Wege der Partizipation sollen erprobt werden, um allen Menschen Mitbestimmung zu ermöglichen und zu erleichtern.

So machen BDKJ und aej erstmals einen Aufschlag für digitale Lebenswelten – jetzt heißt es: Dran bleiben an den digitalen Lebenswelten!

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