iRights.Lab: Chancen von Algorithmen und Künstlicher Intelligenz

Dass die Digitalisierung und der damit verbundene technologische Fortschritt Auswirkungen auf unsere Gesellschaft hat wie kaum eine Entwicklung seit der Industrialisierung im 18. Jahrhundert, ist nicht nur eine gerade im politischen Kontext häufig formulierte Binsenweisheit, sondern in nahezu allen Lebensbereichen zu fast jeder Tages‐ und Nachtzeit erlebbar.

Soziale Netzwerke wie Facebook und Messengerdienste wie WhatsApp haben unser Kommunikationsverhalten grundlegend verändert und oftmals ist eine problematische Sammlung und Auswertung personenbezogener Daten mit der Nutzung solcher Plattformen verbunden.

Dennoch sind mit Risiken immer auch immense Chancen verbunden und jede gesellschaftliche oder technologische Revolution bringt immer auch mit sich, dass zwei Seiten einer Medaille gesehen und der Gesamtwert betrachtet werden muss.

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#BKDJvernetzt besucht iRights

Verbraucherschutz – ich gebe es zu: Dieses Wort langweilt mich. Normalerweise. Die Menschen von iRights, vor denen wir gerade sitzen, erzählen aber etwas von digitalem Verbraucherschutz: „Wir setzen uns für die digitale Mündigkeit des Einzelnen ein!“. Jetzt werde ich hellhörig.

© iRights.info

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Nein!“ zu Upload‐Filtern – ein offener Brief der (digitalen) Zivilgesellschaft

Dieses Bild ist eventuell urheberrechtlich geschützt. Und dennoch ist es als bekanntes Meme Teil der Internetkultur.

Ein Internet ohne gifs, ein YouTube ohne lustige Mash‐Ups, ein Facebook ohne Memes? Das mag sich niemand mehr so richtig vorstellen können, der sich in sozialen Netzwerken bewegt – doch nach Meinung einiger EU‐Politiker müssten wir künftig aus urheberrechtlichen Gründen ohne all das auskommen. Ein EU‐Vorschlag, der sich mit der Urheberrechtsreform beschäftigt, schlägt vor, dass Plattformen wie Facebook, YouTube, Twitter, Wikipedia und Co. bereits beim Upload von Inhalten einen Filter einsetzen, um eventuelle Verstöße gegen das Urheberrecht von vornherein zu verhindern. Nein!“ zu Upload‐Filtern – ein offener Brief der (digitalen) Zivilgesellschaft“ weiterlesen

Democracy – Im Rausch der Daten“ – Klicktipp

Wie funktioniert Datenschutz in der EU? Wer entscheidet, welche unserer Daten wie weitergegeben werden dürfen? Wer hat politisch welches Interesse daran, dass unsere privaten Daten für Dritte zugänglich sind? Und ist das alles in einer Demokratie überhaupt so problemlos möglich?

Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) hat ein Online‐Dossier veröffentlicht, das sich rund um den 2015 erschienenen Dokumentarfilm „Democracy – Im Rausch der Daten“ dreht und den Abgeordneten des Europäischen Parlaments Jan Philipp Albrecht begleitet, der sich für einen stärkeren Datenschutz in der EU einsetzt: „Die Dokumentation entschlüsselt die kontroversen Interessen der unterschiedlichen Akteure und bietet einen spannenden Einblick in die Abläufe politischer Prozesse auf EU‐Ebene. Politische Abläufe werden greifbar und transparent, die für die Öffentlichkeit sonst nur schwer nachvollziehbar sind.“

Aber nicht nur der Film ist spannend, sondern auch das Hintergrundmaterial, das die bpb dafür zusammengetragen hat und es nun online aufbereitet als Interviews, Analysen und Unterrichtsmaterialien zur Verfügung stellt. Auch für die Jugendverbandsarbeit, die sich mit politischen Prozessen und Lobbyismus auseinandersetzt, lohnt sich ein Blick in das Dossier. Und ab 1. Juli 2018 kann der gesamte Film auf der Seite der bpb live gestreamt werden.

Für Kurzentschlossene: Workshop Daten & digitale Tools in der Jugendarbeit

Was sind Daten? Wie können sie in der Jugendarbeit genutzt werden? Wie kann ich sie einfach analysieren und visualisieren?

Zu diesen Fragen lädt die Open Knowledge Foundation interessierte Fachkräfte aus der Jugendarbeit am 7. und 8. Dezember, jeweils von 10 bis 15 Uhr, nach Berlin ein. (Unterkunft und Fahrtkosten werden übernommen.)

?Mehr Informationen und die Anmeldung gibt’s bei der Open Knowledge Foundation

Big Data – selbstbestimmte Daten im Jugendverband

Wir alle erzeugen Daten, wir speichern und nutzen sie. Wir tun dies aus persönlichen, gesellschaftlichen, politischen, wissenschaftlichen oder wirtschaftlichen Gründen. Im digitalen Zeitalter verschwimmen dabei die Grenzen. Die Masse an Daten wächst rasant.“

Das Positionspapier #114 des Deutschen Bundesjugendrings „Selbstbestimmter Umgang mit Daten“ (2016) nimmt sich eines Themas an, das auf den ersten Blick für die praxisnahe Arbeit der Jugendverbände nicht relevant zu sein scheint, aber sich einer Debatte annimmt, die außerhalb der Jugendverbände, sei es in der netzpolitischen Szene, in der Wirtschaft oder auch im Gesundheitswesen schon seit einigen Jahren heftig und kontrovers geführt wird: Was passiert mit unseren Daten und wie können wir dafür sorgen, dass wir selbst über diese Daten entscheiden? „Big Data – selbstbestimmte Daten im Jugendverband“ weiterlesen

Das geht ins Ohr – Netzpolitische Podcasts

Wer noch keine Podcasts hört, sollte dringend damit anfangen. Die gibt’s nämlich zu (fast) jedem Thema. Freilich auch bezüglich dieser Netzwelt. Hier empfehlen wir euch eine kleine Auswahl an Podcasts, die Beispiele, Debattenbeiträge und Informationen zu netz‐ bzw. medienpolitischen, -kulturellen und/oder pädagogischen Auseinandersetzungen liefern.

Mikrofon im Aufnahmestudio
© pixabay / CC0 Public Domain

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Jugendpolitik und den digitalen Wandel zusammen denken!

Die Mediatisierung der Lebenswelt von Jugendlichen ist so weit vorangeschritten, wie die keiner anderen Bevölkerungsgruppe: Ihr Alltag ist von digitaler Informations‐ und Kommunikationstechnologie umfassend durchdrungen.“ Ingo Dachwitz, Mitarbeiter von netzpolitik.org und engagiertes Mitglied der aej – Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V., dem konfessionellen Geschwisterverband des BDKJ, wirft in seinem Artikel „Jugendgerechte Netzpolitik: Warum der digitale Wandel die jugendpolitische Agenda berührt“ (erschienen am 13.3.2017) einen Blick auf die Rolle der jugendpolitischen Agenda im Rahmen des digitalen Wandels – und weist dabei auf mehrere Aspekte hin, die für unsere Arbeit in den Verbänden des BDKJ entscheidend sind: Wie können wir uns auch in der digitalisierten Welt für das Wohl und die Interessen junger Menschen einsetzen, wie können wir Bildung neu oder anders denken und wie kann Teilhabe am digitalen Wandel erreicht werden? Dachwitz’ Artikel ist ein spannender Impulsgeber für Verbände, die sich selbst eine digitale Agenda geben möchten und dafür nach Ansatzpunkten suchen.

Digitale Welten im ökumenischen Sozialwort

Stellungnahmen zu digitalen Lebenswelten aus der Sicht von Kindern und Jugendlichen gibt es noch nicht viele in den BDKJ‐Verbänden und darüber hinaus. Ökumenische Stellungnahmen zu Netz‐Themen sind noch seltener, auch wenn die Kirche‐im‐Web‐Tagungen seit Jahren in ökumenischer Trägerschaft veranstaltet werden. Zuletzt bei der Re:publica in Berlin waren evangelischer und katholischer Vortrag noch sauber paritätisch getrennt.

Umso erfreulicher, dass BDKJ und aej schon vor einigen Wochen das ökumenisch Sozialwort der Jugend vorgelegt haben – erstmals auch mit einem Kapitel »Digitale Welten«. Darin wird klar beschrieben, was für Kinder und Jugendliche heute schon Alltag und selbstverständlich ist: Es gibt nicht »das Netz« und »das Leben«, nicht »das Virtuelle« und »das Echte« – es gibt nur die Welt, und die wird vom digitalen Wandel geprägt. Klar, dass da auch junge Menschen sich an der Gestaltung dieser Welt beteiligen müssen: »Ein positives Verhältnis zum digitalen Wandel ist notwendig. Gleichzeitig bedarf es der kritischen Aneignung und der Auseinandersetzung mit diesen Entwicklungen und ihren Auswirkungen«, heißt es in dem Papier.

Kritisch sein bedeutet zum Beispiel: Klar, das Netz ist wichtig und allgegenwärtig – aber wir müssen aufpassen, dass wir auch wirklich allen Menschen gleichberechtigt Zugang ermöglichen. Auf technischer Ebene durch Netzneutralität, auf gesellschaftlicher Ebene durch Teilhabepolitik, die das Netz mitdenkt, auf rechtlicher Ebene durch den Schutz von Anonymität und Vertraulichkeit und Netzpolitik mit Augenmaß. Medienbildung ist wichtig – damit junge Menschen selbstbestimmt und und verantwortlich das Netz nutzen können. Das Urheberrecht muss zeitgemäß reformiert werden, damit Alltagspraktiken (nicht nur) junger Menschen nicht kriminalisiert werden. Und natürlich muss das geltende Recht durchgesetzt werden, um Menschen vor Hass und Diskriminierung zu schützen und Freiheiten wie das Briefgeheimnis, informationelle Selbstbestimmung und Privatsphäre zu verteidigen. „Big Data“ hat viele Chancen – aber was mit den eigenen Daten passiert, darüber sollen alle selbst die Hoheit haben.

Ganz wichtig für Jugendverbände: Die Frage nach demokratischer Öffentlichkeit und Teilhabe. An der Öffentlichkeit beteiligen sich nicht mehr nur professionelle Journalist_innen – alle können zum Sender, zur Senderin werden. Da braucht es eine Förderung der Informationskompetenz und aktive Sensibilisierung für eine reflektierte Medienkritik. Und auch die Politik wird digital: neue digitale Wege der Partizipation sollen erprobt werden, um allen Menschen Mitbestimmung zu ermöglichen und zu erleichtern.

So machen BDKJ und aej erstmals einen Aufschlag für digitale Lebenswelten – jetzt heißt es: Dran bleiben an den digitalen Lebenswelten!

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