Digitalisierung und Familie, Teil 3: Zahlen, bitte!

Nicht nur in der Arbeitswelt, auch im Familienalltag sind die (Aus-)Wirkungen der Digitalisierung zu spüren: Jung und Alt gestalten mit Hilfe digitaler Technik ihren Alltag, sind in digitale Medien eingebunden und halten darüber Kontakt zu Freunden, Bekannten und auch zu ihren Familienmitgliedern. Doch muss sich der Familienalltag den Auswirkungen der Digitalisierung vollständig anpassen? Wie steht es um die Digitalisierung des Familienlebens?

Bereits erschienen:

  • Teil 1: Kinder und Jugendliche
  • Teil 2: Digitalisierung des Alter(n)s
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Im Kolpingwerk Deutschland setzen wir uns auf unterschiedlichen Ebenen mit dem Thema „Digitalisierung“ auseinander. Wie man sich ganz konkret vor Ort mit dem Thema Digitalisierung beschäftigen kann, dazu haben wir wichtige Impulse für den Bereich der Arbeitswelt (Ausgabe 1/2018) sowie der Familie (Ausgabe 2/2018) in unserem Magazin „Idee & Tat“ veröffentlicht. Zur Thematik der Digitalisierung des Familienlebens haben wir eine Umfrage durchgeführt, aus der an dieser Stelle einige ausgewählte Ergebnisse dargestellt werden (eine ausführliche Darstellung inklusive einer detaillierteren Beschreibung der Stichprobe sowie weitere Materialien gibt es auch online.).

Im Rahmen der Umfrage war es uns wichtig herauszufinden, welche Perspektive unsere Mitglieder mit Blick auf das Thema „Digitalisierung und Familie“ vertreten. Sehen sie den Nutzen der digitalen Technik für die Organisation des Familienalltags bzw. der Kommunikation zwischen den Familienmitgliedern, oder nehmen sie eine Gefährdung des Familienlebens durch die Digitalisierung wahr? An der Umfrage haben sich 356 Personen beteiligt. Von Bedeutung ist, dass 74% der Befragten selber Mutter oder Vater sind, sodass die Umfrage von ihnen (auch) aus ihrer Perspektive als Eltern beantwortet wurde.

Zu Beginn der Umfrage konnten sich die Befragten zu folgender Aussage positionieren: „Mein Familienleben wird durch die Digitalisierung beeinflusst“. Dieser Aussage stimmen 66% (trifft voll zu 38%, trifft eher zu 28%) zu. 22% der Befragten stimmen der Aussage „teils-teils“ zu und 12 % der Befragten können ihr nicht zustimmen.

Anschließend erfolgte eine Abfrage, welche Aspekte familialer Interaktion durch die Digitalisierung beeinflusst werden. Hier zeigt sich, dass die Beteiligten eine Beeinflussung der Digitalisierung in Bereichen sozialer Interaktion feststellen können. 324 Personen (91%) gaben an, dass die Kommunikation zwischen den Familienmitgliedern durch die Digitalisierung beeinflusst wird. Jeweils etwa 51% der Befragten nehmen wahr, dass die Organisation des Familienalltags sowie die Beziehungen der Familienmitglieder untereinander durch die Digitalisierung beeinflusst werden. Nur wenige der Befragten sind der Meinung, dass die Erziehung der Kinder (17 %) sowie die Gestaltung von Ritualen im Familienleben (18%) von Prozessen der Digitalisierung betroffen sind.

Abbildung 1: Bereiche, in denen Familien von der Digitalisierung beeinflusst sind

Dass digitale Medien eine Chance für Familienmitglieder sind, einen intensiven Kontakt zu pflegen, sehen 51% der Befragten positiv. 18% stimmen der Aussage nicht zu und 30% sind unentschieden („teils-teils“). Etwa 1 % der Befragten hat zu dieser Aussage keine Antwort gegeben. Auffällig ist, dass die Zustimmung für diese Aussage signifikant vom Alter der Befragten abhängig ist: Während bei den unter 35-jährigen 68% der Aussage zustimmen, beträgt die Zustimmungsrate bei den über 55-jährigen nur noch 49%.

Gefragt wurde weiter danach, ob die Digitalisierung des alltäglichen Familienlebens eine Belastung von Eltern darstellt. 48% geben an, dass die Belastungen von Eltern „gleich geblieben sind“. 29% sagen, die Belastungen sind gestiegen, 8% sagen, die Belastungen sind sogar stark gestiegen. Interessant ist, dass alle Eltern die Belastungen weniger groß einschätzen. Kinderlose sind demnach eher der Meinung, dass die Anforderungen an Eltern durch die Digitalisierung gestiegen sind. In diesem Zusammenhang ist auch von Interesse, dass 44% der Befragten der Meinung sind, dass der Bedarf an Unterstützung bei der Erziehung, vor dem Hintergrund der Digitalisierung, gleichgeblieben ist. 31% gehen von einem gestiegenen Unterstützungsbedarf von Eltern aus. Auch hier scheinen Eltern ein wenig entspannter zu sein: Während 25% der Eltern von einem höheren Unterstützungsbedarf ausgehen, sind es 31% der Kinderlosen, die zu dieser Einschätzung kommen.

Beeinflussen Prozesse der Digitalisierung die für die Familie zur Verfügung stehende Zeit? Die Mehrheit der Befragten (48%) sagt: Die gemeinsam als Familie verbrachte Zeit ist gleichgeblieben, wie die Abbildung zeigt.

Abbildung 2: Familienzeit und Digitalisierung

Deutlich zeigt sich jedoch die Tendenz, dass die Mehrheit der Befragten der Meinung ist, dass die Digitalisierung dazu führt, dass Familien eher weniger Zeit miteinander verbringen. So sagen insgesamt 42% der Befragten, dass die gemeinsam als Familie verbrachte Zeit vor dem Hintergrund der Digitalisierung gesunken bzw. stark gesunken ist.

Wird das Zusammenleben von Familien durch die Digitalisierung bedroht, oder kann es beispielsweise durch digitale Medien eher profitieren? Zunächst haben wir danach gefragt, ob das Zusammenleben als Familien durch die mit der Digitalisierung einhergehenden Entwicklungen profitieren kann. Dieser Aussage stimmen 61% der Befragten zu. Lediglich 17% der Befragten stimmen dem nicht zu. Die Freifeld-Antworten geben hier detaillierte Einblicke: Viele der Befragten verweisen auf die Kommunikationsmöglichkeiten, mit denen Termine spontan koordiniert werden können. Auf verweisen viele darauf, dass Familienmitglieder am Familienleben teilhaben können, auch wenn sie nicht mehr im selben Ort leben. Austausch und das Gefühl familialer Verbundenheit können vielen der Befragten zufolge somit auch über digitale Medien ermöglicht und vermittelt werden. Umgekehrt wurde danach gefragt, ob die Entwicklungen der Digitalisierung das Familienleben bedrohen. 41% der Befragten stimmen dieser Aussage zu, 46% verneinen dies. Aus den Freifeld-Antworten lässt sich die Sorge ablesen, dass persönliche Gespräche und reale soziale Kontakte möglicherweise weniger werden. Eine Aussage fasst die Diskussionen gut zusammen: „So wie die Digitalisierung in der Distanz Nähe schafft, bewirkt sie in der Nähe Distanz.“

So wie auch Familien vor dem Hintergrund ihrer eigenen Lebenswelt immer einzigartig sind, so vielfältig fallen auch die Ergebnisse der Umfrage aus. Vor- und Nachteile der Digitalisierung können benannt werden. Dies gilt für viele Lebensbereiche, insbesondere aber für das Familienleben, dass für viele Menschen eine sehr hohe Bedeutung besitzt.

Die Auswirkungen auf der Digitalisierung auf die Lebenswelt uns fremder Personen(-gruppen) können wir nur schwer erfassen. So überraschen die beschriebenen Unterschiede zwischen Eltern und Kinderlosen kaum. Gleiches gilt für Angehörige verschiedener Generationen: Zwischen Beziehungen und sozialem Miteinander „offline“ und „online“ zu unterscheiden und beiden einen unterschiedlichen Wert zuzuschreiben greift zu kurz. Die Realität unserer digitalisierten Lebenswelt fordert uns heraus, bietet jedoch auch die Gelegenheit uns darüber Gedanken zu machen, wie wir unseren Alltag, unsere Beziehungen und letztlich auch unser Familienleben gestalten wollen.

Digitalisierung und Familie, Teil 2: Digitalisierung des Alter(n)s

Nicht nur in der Arbeitswelt, auch im Familienalltag sind die (Aus-)Wirkungen der Digitalisierung zu spüren: Jung und Alt gestalten mit Hilfe digitaler Technik ihren Alltag, sind in digitale Medien eingebunden und halten darüber Kontakt zu Freunden, Bekannten und auch zu ihren Familienmitgliedern. Doch muss sich der Familienalltag den Auswirkungen der Digitalisierung vollständig anpassen? Wie steht es um die Digitalisierung des Familienlebens?

Bisher erschienen:

  • Teil 1: Kinder und Jugendliche
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Nicht nur Kinder und ihre Eltern kommen mit den Folgen der Digitalisierung in Berührung: Auch Großeltern setzen sich mit Themen der digitalen Entwicklung auseinander. Nach aktuellen Studien hat sich der Anteil an Personen, die über 60 Jahre alt sind und mehrmals täglich online im Internet surfen, binnen eines einzigen Jahrzehnts mehr als verdoppelt. Darauf reagieren auch zahlreiche Unternehmen und Verbände. So unterstützt beispielsweise die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) ehrenamtliche „Internet-Lotsen“ mit einem ausführlichen Online-Angebot und engagiert sich beim „Goldenen Internetpreis“, mit dem unter anderem ehrenamtlich Engagierte und Kommunen ausgezeichnet werden, die Angebote entwickeln, um ältere Mitbürger für das Internet zu begeistern.

Eine große Bedeutung kommt der Weiterentwicklung der digitalen Technik zudem im Bereich der Pflege zu. Seit einigen Jahren sind etwa Geräte Bereich „Telemonitoring“ bekannt. Sie ermöglichen Ärzten eine Fernuntersuchung: Patienten werden mit Geräten zur Messung von Vitaldaten ausgestattet (etwa Gewicht, Puls, Blutdruck), die dazu in der Lage sind, die erhobenen Daten direkt an eine Pflegestation oder den zuständigen Hausarzt zu übertragen. Auch wird sogenannte emotionale Robotik bereits seit Jahren erfolgreich in der Pflege eingesetzt. Die Roboter sollen in erster Linie Gesellschaft leisten. Sie haben häufig die Form von Tieren, können entsprechende Laute geben und sind mit Sensoren bestückt. Solche Roboter animieren zur Bewegung, veranlassen Emotionen und kommen dem allgemeinen Gesundheitszustand von Pflegebedürftigen zu Gute.

Relativ neu sind zudem Apps, die zur Aktivierung eingesetzt werden. Auch gibt es Apps, die im Rahmen von Biographiearbeit genutzt werden können. Dies ist besonders für Demenzkranke von großer Bedeutung, um einen Bezug zur sozialen Umwelt aufrecht zu erhalten. Bereits eingesetzt werden zudem „intelligente Matratzen“, die die Liegeposition von Personen erkennen und eigenständig Empfehlungen für eine Umlagerung bereitstellen. Integrierte Sensoren erfassen zudem Veränderungen in der Druckverteilung und Körperstellen können gezielt stimuliert werden. Alle Informationen werden am Pflegebett angezeigt und automatisch in die Pflegedokumentation integriert. Entsprechende „intelligente Matratzen“ sollen die Durchblutung von Pflegebedürftigen fördern und die Entstehung eines Dekubitus (Schädigung der Haut und des Gewebes durch längere Druckbelastung, die die Durchblutung stört) zeitlich hinauszögern.

Morgen geht es weiter mit Teil 3: Eine Studie des Kolpingwerks

Digitalisierung und Familie, Teil 1: Kinder und Jugendliche

Nicht nur in der Arbeitswelt, auch im Familienalltag sind die (Aus-)Wirkungen der Digitalisierung zu spüren: Jung und Alt gestalten mit Hilfe digitaler Technik ihren Alltag, sind in digitale Medien eingebunden und halten darüber Kontakt zu Freunden, Bekannten und auch zu ihren Familienmitgliedern. Doch muss sich der Familienalltag den Auswirkungen der Digitalisierung vollständig anpassen? Wie steht es um die Digitalisierung des Familienlebens?

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Eine digitale Lebenswelt gehört für viele Menschen weltweit zum Alltag. In Deutschland wachsen Kinder und Jugendliche wie selbstverständlich in einer vollständig von digitalisierten Medien durchdrungenen Lebenswelt auf. Aber auch ihre Eltern und Großeltern nutzen die Möglichkeiten der Digitalisierung im Alltag der Familie. In den Familien treffen dabei häufig noch Generationen aufeinander, die jeweils ganz unterschiedliche Erfahrungen mit der digitalen Technik gemacht haben: Während Kinder heute selbstverständlich in eine von digitalen Medien durchdrungene Lebenswelt hineinwachsen, mussten sich die Angehörigen der Eltern- und Großelterngeneration den Umgang mit der digitalen Technik bewusst erschließen und erlernen.

Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen

Wie eine digitalisierte Medienumgebung aussieht, zeigt die JIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest aus dem Jahr 2016: Unter den 6- bis 13-jährigen Kindern und Jugendlichen besitzen im Durchschnitt 32 Prozent ein Smartphone. Bei Jugendlichen zwischen zwölf und neunzehn Jahren besitzen bereits 95 Prozent ein eigenes Smartphone, 74 Prozent einen Laptop/PC und 30 Prozent ein Tablet. Spannend ist zudem, dass 92 Prozent der befragten Jugendlichen von ihrem eigenen Zimmer aus das Internet nutzen können.

Schon kleine Kinder schauen gebannt auf die bunten Bildschirme von Smartphone, Tablet und Co. Sie sehen sich Bilder oder Videos an, spielen Spiele und wachsen mit einer digitalisierten Umwelt auf, die für sie zum Leben selbstverständlich dazu gehört. Mit zunehmenden Alter rücken jedoch soziale Netzwerke in den Mittelpunkt des digitalen Nutzungsverhaltens. Aus der JIM-Studie lässt sich erschließen, wofür genau Kinder und Jugendliche ihre Smartphones nutzen: Die im Jahr 2016 befragten 12- bis 19-Jährigen nutzten ihr Smartphone für Kommunikation (41%), Unterhaltung wie Musik, Videos, Fotos (29%), Spiele (19%) sowie zur Recherche von Informationen (10%). In einer ein Jahr später durchgeführten Umfrage zu den wichtigsten Handy-Apps zeigt sich folgendes Bild: Jugendliche nutzen insbesondere verschiedene Apps (deutsch: Anwendungssoftware), die dem Bereich der Kommunikation zuzuordnen sind. Text- und/oder bildbasierte Nachrichten werden damit ausgetauscht.

Ein Großteil aller Jugendlichen nutzt „WhatsApp“. Mit diesem Programm können Textnachrichten, Bild-, Video- und Tondateien sowie Standortinformationen, Dokumente und Kontakte unmittelbar gesendet werden. Auf den mittleren Rängen stehen die Dienste „Instagram“ (ermöglicht das Teilen von Fotos und Videos), „Snapchat“ (ermöglicht das Senden von Nachrichten sowie das Versenden von Fotos, die beim Empfänger nur für eine festgelegte Zeit sichtbar sind) und „YouTube“ (Videoportal über das Videoclips angesehen, hochgeladen, bewertet und kommentiert werden können). Weniger verbreitet ist unter Jugendlichen die Nutzung des sozialen Netzwerks „Facebook“, welches in dieser Altersgruppe von Jahr zu Jahr immer weniger genutzt wird. Daraus zeigt sich: Jugendliche sind in hohem Maße in vielfältige digitale Medien und soziale Netzwerke eingebunden. Dabei werden persönliche Informationen (und Daten) in Form von Text-, Bild-, Video- und Sprachnachrichten geteilt.

Doch wie wirkt sich ein „digitaler Konsum“ auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen aus? Hier sind sich Wissenschaftler*innen in einer interdisziplinären Perspektive uneins. Klar ist allerdings: Sozialisation ist heute immer auch Mediensozialisation. Wer heute aufwächst, wächst auch in eine mediatisierte Lebenswelt hinein. Erfahrungsräume und Netze sozialer Beziehungen besitzen für viele Kinder und Jugendliche nicht nur „offline“, sondern auch im Rahmen digitaler Kommunikation eine Bedeutung, die nicht unterschätzt werden darf!

Digitalisierung im Familienalltag

In Familien sind mit dem Thema der Digitalisierung häufig Fragen der Erziehung verbunden. Allzu oft zeigt sich dabei ein Unterschied zwischen dem Erziehungsideal von Eltern und ihrer tatsächlichen Umsetzung. Es gilt, Regeln und ggf. Gebote gerade im Zusammenhang mit der Mediennutzung von Kindern systematisch einzusetzen. Regeln der Medienerziehung müssen nachvollziehbar sein und bestenfalls gemeinsam mit den Kindern (z. B. wann darf ich wie lange mit meinem Smartphone ins Internet gehen?) besprochen und erarbeitet werden. Aber Hilfestellung kann seinen Kindern nur geben, wer sich selber mit den technischen Entwicklungen auseinandersetzt, mit den Anforderungen der Digitalisierung zurechtkommt und dazu bereit ist, Regeln auch für Erwachsene gelten zu lassen. Gelingt die Auseinandersetzung mit der digitalisierten Lebenswelt, können Familien profitieren: Die Online-Kommunikation kann beispielsweise dabei helfen,

  • Familienleben und Beruf besser zu vereinbaren (z. B. durch Homeoffice),
  • den Familienalltag gut zu organisieren (z. B. durch Messenger-Nachrichten in einer Familiengruppe),
  • den Kontakt zwischen Familienmitgliedern gerade dann aufrechtzuerhalten oder zu intensivieren, wenn beispielsweise Kinder, Eltern und Großeltern an unterschiedlichen Orten leben.

Mit Blick auf Kinder zeigen sich beim Thema Digitalisierung somit zwei Seiten einer Medaille: Auf der einen Seite ermöglicht die Digitalisierung Eltern und ihren Kindern neue Formen der Kommunikation und Alltagsorganisation. Auf der anderen Seite wird die Digitalisierung zum Gegenstandsbereich der Erziehung. Sie wird dort thematisiert, wo es um den Umgang mit Medien geht und Erziehung somit zur Medienerziehung wird.

Morgen geht es weiter mit Teil 2: Digitalisierung des Alter(n)s

Sortieren, Schlangestehen, Schummeln: Informatikkompetenz in der Grundschule

Informatik schon in der Grundschule und davor – braucht es das? Und was sollen Kinder dort lernen? Damit beschäftigt sich seit 2015 der Arbeitskreis „Bildungsstandards Informatik für den Primarbereich“ der Gesellschaft für Informatik (GI). Der Informatik-Didaktiker und Leiter des Arbeitskreises Ludger Humbert erklärt, worum es geht – und was Schummeln und Schlangestehen mit Informatik zu tun haben.

Robotik-Stunde
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Vor 10 Jahren wurden die Bildungsstandards Informatik für die weiterführenden Schulen vom Präsidium der Gesellschaft für Informatik verabschiedet. 2016 folgten die Bildungsstandards Informatik für die gymnasiale Oberstufe.

2015 wurde der Arbeitskreis Bildungsstandards Informatik für den
Primarbereich eingerichtet und begann mit seiner Arbeit. „Sortieren, Schlangestehen, Schummeln: Informatikkompetenz in der Grundschule“ weiterlesen

Das ist die TINCON – und deshalb solltest Du unbedingt hin

Spielekonsolen, Bällebad und Netzvorbilder zum Anfassen – das gab’s auf der TINCON in Berlin. Die TINCON nennt sich vollständig „Teenageinternetworkconvention“ und beschäftigt sich mit neuen Technologien, digitaler Netzkultur, Internet-Plattformen und der Zukunft unserer Gesellschaft – ein bisschen wie dieser Blog als dreitägiges Event. Eine Beschreibung der TINCON könnt ihr im Netz selbst nachlesen – in diesem Beitrag will ich aber für euch aufschreiben, weshalb ihr bei der nächsten TINCON selber dabei sein wollt!

TINCON - teenageinternetwork convention
TINCON – teenageinternetwork convention – Das Festival für digitale Jugendkultur, die Gesellschaftskonferenz für Jugendliche von 13 bis 21 Jahren am 10. Juni 2017 im Columbia Theater in Berlin. (Foto: Gregor Fischer/TINCON)

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So tot ist Facebook und was das für die Jugendarbeit bedeutet

Wie tot ist eigentlich Facebook? Gar nicht mal so tot. Nach wie vor ist es das größte und relevanteste soziale Netz. Allerdings: Facebook riecht komisch, zumindest für jüngere. „Facebook ist kein Ort der Leidenschaft mehr“, hat danah boyd schon vor Jahren festgestellt: Klar, wenn die Eltern und Lehrer*innen da auch sind, ist das Netz nicht mehr allzu sexy.

Das zeigen auch Studien zur Mediennutzung von Jugendlichen. Schon bei der JIM-Studie 2017, die 12–19-jährige in Deutschland untersucht hat, lag Facebook auf Platz vier hinter YouTube, Whatsapp und Instagram (S. 35 im verlinkten PDF).

Vom amerikanischen Pew-Institut kommen nun neue Zahlen für amerikanische Jugendliche – und da sieht es ganz ähnlich aus.

YouTube, Instagram and Snapchat are the most popular online platforms among teens
Facebook ist abgeschlagen bei den beliebtesten von Jugendlichen genutzten Netzen.
(Quelle: Pew Research Center)

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iRights.Lab: Chancen von Algorithmen und Künstlicher Intelligenz

Dass die Digitalisierung und der damit verbundene technologische Fortschritt Auswirkungen auf unsere Gesellschaft hat wie kaum eine Entwicklung seit der Industrialisierung im 18. Jahrhundert, ist nicht nur eine gerade im politischen Kontext häufig formulierte Binsenweisheit, sondern in nahezu allen Lebensbereichen zu fast jeder Tages- und Nachtzeit erlebbar.

Soziale Netzwerke wie Facebook und Messengerdienste wie WhatsApp haben unser Kommunikationsverhalten grundlegend verändert und oftmals ist eine problematische Sammlung und Auswertung personenbezogener Daten mit der Nutzung solcher Plattformen verbunden.

Dennoch sind mit Risiken immer auch immense Chancen verbunden und jede gesellschaftliche oder technologische Revolution bringt immer auch mit sich, dass zwei Seiten einer Medaille gesehen und der Gesamtwert betrachtet werden muss.

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Mobil, Politisch und Digital: Mein FSJ_digital

Ich mache mein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) im Diözesanbüro der Jungen Kirche Speyer, einem katholischen Kinder- und Jugendverband im Bistum Speyer. Meine Aufgaben im FSJ gehen durch Mitarbeit bei Projekten des BDKJ Diözesanverbands über den Verbandsalltag hinaus. Ein Projekt davon ist mobil, grün, politisch und heißt Polli.

Polli ist der Tourbus des BDKJ im Bistum Speyer. Sie ist ein Oldtimer-Wohnmobil, das vollgepackt mit Methodenkisten unter dem Motto katholisch. politisch. aktiv. im Bistum unterwegs ist. Der Schwerpunkt wird dabei auf Methoden für die politische Bildung gelegt.

Damit Polli nicht nur analoge Angebote zu den Themen des BDKJ zu bieten hat, ist es mein Projekt, Polli mit einer Methodenkiste in digitaler Form auszustatten. Konkret heißt das, kurze thematische Trickfilme zum Beispiel zum kritischen Konsum zu erstellen. Die Filme können als Einstieg in der Arbeit mit den zum Thema passenden „analogen“ Methodenkisten oder eigenständig als Diskussionsgrundlage zum jeweiligen Thema eingesetzt werden.

Zur Umsetzung dieses Projekts, nehme ich am Programm FSJ_digital vom Kulturbüro Rheinland-Pfalz teil. Im FSJ_digital, werden FSJler_innen bei medialen Projekten in Ihrer Einsatzstelle unterstützt. Dies passiert in Form einer zusätzlichen Seminarwoche mit FSJler_innen aus dem ganzen Bundesgebiet. Während der Seminarwoche durfte ich an zwei von mir gewählten Workshops teilnehmen. Außerdem hatte ich die Möglichkeit, mich mit anderen FSJler_innen, die andere und ähnliche Projekte wie ich durchführen, auszutauschen und zu vernetzen. Über die Seminarwoche hinaus bietet das Programm zur Verfügung stehende Ansprechpersonen und eine finanzielle Unterstützung des Projekts.

Den ersten Trickfilm findet ihr hier: http://polli-blog.de/2018/04/12/pollis-eigener-trickfilm/

Über den Bildschirm flattert jeder Blödsinn“? Ein Brief an Manfred Spitzer

Am 8. März 2018 hat Manfred Spitzer, ärztlicher Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik in Ulm, ein Interview im Deutschlandfunk gegeben, das seitdem viele Menschen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, verärgert und bewegt. Spitzer stellt darin einige Behauptungen dazu auf, was der Mediengebrauch mit Kindern und Jugendlichen langfristig macht – und stößt dabei nicht das erste Mal auf Kritik in wissenschaftlichen Fachkreisen als auch auf Unverständnis vonseiten vieler Medienschaffenden. Paul Rögler, BDKJ-Diözesanleiter in der Erzdiözese Freiburg, antwortet Spitzer in diesem offenen Brief auf dessen Thesen. Über den Bildschirm flattert jeder Blödsinn“? Ein Brief an Manfred Spitzer“ weiterlesen