iRights.Lab: Chancen von Algorithmen und Künstlicher Intelligenz

Dass die Digitalisierung und der damit verbundene technologische Fortschritt Auswirkungen auf unsere Gesellschaft hat wie kaum eine Entwicklung seit der Industrialisierung im 18. Jahrhundert, ist nicht nur eine gerade im politischen Kontext häufig formulierte Binsenweisheit, sondern in nahezu allen Lebensbereichen zu fast jeder Tages‐ und Nachtzeit erlebbar.

Soziale Netzwerke wie Facebook und Messengerdienste wie WhatsApp haben unser Kommunikationsverhalten grundlegend verändert und oftmals ist eine problematische Sammlung und Auswertung personenbezogener Daten mit der Nutzung solcher Plattformen verbunden.

Dennoch sind mit Risiken immer auch immense Chancen verbunden und jede gesellschaftliche oder technologische Revolution bringt immer auch mit sich, dass zwei Seiten einer Medaille gesehen und der Gesamtwert betrachtet werden muss.

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Mobil, Politisch und Digital: Mein FSJ_digital

Ich mache mein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) im Diözesanbüro der Jungen Kirche Speyer, einem katholischen Kinder‐ und Jugendverband im Bistum Speyer. Meine Aufgaben im FSJ gehen durch Mitarbeit bei Projekten des BDKJ Diözesanverbands über den Verbandsalltag hinaus. Ein Projekt davon ist mobil, grün, politisch und heißt Polli.

Polli ist der Tourbus des BDKJ im Bistum Speyer. Sie ist ein Oldtimer‐Wohnmobil, das vollgepackt mit Methodenkisten unter dem Motto katholisch. politisch. aktiv. im Bistum unterwegs ist. Der Schwerpunkt wird dabei auf Methoden für die politische Bildung gelegt.

Damit Polli nicht nur analoge Angebote zu den Themen des BDKJ zu bieten hat, ist es mein Projekt, Polli mit einer Methodenkiste in digitaler Form auszustatten. Konkret heißt das, kurze thematische Trickfilme zum Beispiel zum kritischen Konsum zu erstellen. Die Filme können als Einstieg in der Arbeit mit den zum Thema passenden „analogen“ Methodenkisten oder eigenständig als Diskussionsgrundlage zum jeweiligen Thema eingesetzt werden.

Zur Umsetzung dieses Projekts, nehme ich am Programm FSJ_digital vom Kulturbüro Rheinland‐Pfalz teil. Im FSJ_digital, werden FSJler_innen bei medialen Projekten in Ihrer Einsatzstelle unterstützt. Dies passiert in Form einer zusätzlichen Seminarwoche mit FSJler_innen aus dem ganzen Bundesgebiet. Während der Seminarwoche durfte ich an zwei von mir gewählten Workshops teilnehmen. Außerdem hatte ich die Möglichkeit, mich mit anderen FSJler_innen, die andere und ähnliche Projekte wie ich durchführen, auszutauschen und zu vernetzen. Über die Seminarwoche hinaus bietet das Programm zur Verfügung stehende Ansprechpersonen und eine finanzielle Unterstützung des Projekts.

Den ersten Trickfilm findet ihr hier: http://polli-blog.de/2018/04/12/pollis-eigener-trickfilm/

Praxistipp: Werwolf – a Privacy Friendly App

© SECUSO / TU Darmstadt

Jackpot: Der Spieleklassiker Werwolf als App, die gleichzeitig auch noch privatsphärefreundlich ist!

Werwolf (Privacy Friendly) verspricht eine ordentliche Spielleitung des beliebten Rollenspieleklassikers „Werwolf“. Die Handhabung ist einfach: Alle Beteiligten laden sich die kostenlose App (nur für Android) auf ihr Smartphone, eine Person startet das Spiel, die anderen treten per IP‐Adressen‐Suche dem Spiel bei, dann bekommen alle ihre Rollen zugewiesen. Ab sechs Personen funktioniert das Spiel so richtig gut. Bürger*innen und Werwölfe sind selbstverständlich, Hexen*r und Seher*innen gibt es optional. Jetzt leitet die App per Sprachausgabe das Spiel an. Das kennt man ja: „Es wird dunkel, die Nacht bricht herein. Schließt die Augen. Die Werwölfe erwachen aus ihrem Schlaf. Seht euch um und lernt euch kennen.“, usw, usw. Nerdhinweis: Die blecherne Computerstimme die aus dem Smartphone dringt und das Spiel anleitet, finde ich lustig, ist aber vermutlich für die meisten gewöhnungsbedürftig. Dass die IP‐Adresse nicht per Copy‐and‐Paste verschickt werden kann, sondern diktiert werden muss, fällt mir gleich auf. Vermutlich wollen die Entwickler, dass man zumindest zu Beginn des Spieles einmal noch miteinander reden muss.

Spaß beiseite. Die App macht großen Spaß und tut genau das was sie tun soll: Werwolf anleiten. Punkt. Keine Werbung, minimale Zugriffsberechtigungen. Kein überflüssiger Schnickschnack. Geradezu perfekt für die privatsphärefreundliche Gruppenstunde! Und überhaupt, die Privatsphäre: Die Werwolf‐App ist nur eine Applikation eines größeren Portfolios der Forschungsgruppe SECUSO der TU Darmstadt. Die haben sich nämlich der genaueren Untersuchung menschlichen Faktoren in den Bereichen Sicherheit und Privatsphäre verschrieben. Auf deren Seiten kann man nicht nur durch diverse Forschungsergebnisse klicken, sondern auch noch in deren Bestand der Privacy Friendly Apps stöbern. Die Privacy Friendly Schrittzähler App hat schon den Weg auf mein Smartphone gefunden.

Schnelles Internet muss Grundrecht sein!

Unser Alltag wird unaufhaltsam digitaler. Im Beruf und privat, bei Behördengängen, bei der Navigation, beim ständigen Griff zum Smartphone in unserer Tasche. Eine ganze Generation junger Menschen kennt das auch gar nicht anders – das Internet war ja schon immer da und ist schlicht eine Selbstverständlichkeit. Es ist nicht immer einfach, gestandenen und etablierten PolitikerInnen älteren Semesters diese neue Sicht auf unsere Welt zu vermitteln, sie ist aber gelebte Wirklichkeit, die wir täglich in den Jugendverbänden spüren und erfahren. „Schnelles Internet muss Grundrecht sein!“ weiterlesen

Über den Bildschirm flattert jeder Blödsinn“? Ein Brief an Manfred Spitzer

Am 8. März 2018 hat Manfred Spitzer, ärztlicher Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik in Ulm, ein Interview im Deutschlandfunk gegeben, das seitdem viele Menschen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, verärgert und bewegt. Spitzer stellt darin einige Behauptungen dazu auf, was der Mediengebrauch mit Kindern und Jugendlichen langfristig macht – und stößt dabei nicht das erste Mal auf Kritik in wissenschaftlichen Fachkreisen als auch auf Unverständnis vonseiten vieler Medienschaffenden. Paul Rögler, BDKJ‐Diözesanleiter in der Erzdiözese Freiburg, antwortet Spitzer in diesem offenen Brief auf dessen Thesen. Über den Bildschirm flattert jeder Blödsinn“? Ein Brief an Manfred Spitzer“ weiterlesen

Josefstag 2018: Leben 4.0 – Jugend braucht Perspektive

Fast jede*r redet gerade über Digitalisierung. Nahezu alle Themenfelder und Akteur*innen haben die Digitalisierung als neues Handlungsfeld ausgerufen und sprechen von tiefgreifenden Veränderungen. Manchmal bleibt nicht ganz klar, was Digitalisierung denn eigentlich meint.

Auch der Josefstag, ein jährlicher bundesweiter Aktionstag, setzt sich in diesem Jahr mit dem Thema Digitalisierung auseinander. Unter dem Motto „Leben 4.0 – Jugend braucht Perspektive“ soll vor allem der Frage nachgegangen werden, welche Veränderungen sich für Jugendliche in Einrichtungen der Jugendberufshilfe durch Digitalisierung ergeben. „Josefstag 2018: Leben 4.0 – Jugend braucht Perspektive“ weiterlesen

Estimated Prophet, Jack Mormon – Zum Tod von John Perry Barlow

Don’t worry bout me, no no, don’t worry bout me, no
And I’m in no hurry, no no no, I know where to go.
California, preaching on the burning shore
California, I’ll be knocking on the golden door
Like an angel, standing in a shaft of light
Rising up to paradise, I know I’m gonna shine

1977 hat John Perry Barlow für die „Grateful Dead“ „Estimated Prophet“ geschrieben, wie so viele der Songs der großen Psychedelic‐Rock‐Band. Ein geschätzter, nicht nur eingeschätzter Prophet ist Barlow, der am Mittwoch (07.02.) im Alter von 70 Jahren gestorben ist, selbst geworden – nicht nur als Texter, nicht nur bei Deadheads.

John Perry Barlow
John Perry Barlow, Co‐Founder, Electronic Frontier Foundation‐1668 flickr photo by LeWeb14 shared under a Creative Commons (BY) license

Barlow war ein Pionier des freien Netzes. Seine „Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace“ setzte er 1996 gegen die Versuche, das Internet immer mehr einzuhegen, zu kommerzialisieren, zu zensieren und zu regulieren. „Regierungen der industriellen Welt, ihr müden Giganten aus Fleisch und Stahl, ich komme aus dem Cyberspace, der neuen Heimat des Geistes“, beginnt die Erklärung, geschrieben in Davos beim Weltwirtschaftsforum, dort, wo sich die Vertreter der müden Giganten und der alten Welt trafen, wie Blinde von der Sonne vom Netz sprachen, während Bill Clinton die Telekommunikationsbehörde ermächtigte, Inhalte im Netz zu regulieren. Zu einer Zeit, als Dienste wie AOL schon das Ende des anarchischen Netzes als ausgemachte Sache sahen, machte er sich als oberster Anarch zum Sprecher des Cyberspace: „Im Namen der Zukunft bitte ich euch, Vertreter einer vergangenen Zeit: Lasst uns in Ruhe! Ihr seid bei uns nicht willkommen. Ihr habt keine Macht mehr, wo wir uns versammeln.“ „Estimated Prophet, Jack Mormon – Zum Tod von John Perry Barlow“ weiterlesen

Wie Spracherkennung und künstliche Intelligenz unsere Wohnzimmer erobern – ein Selbstversuch

Alexa, Siri, Cortana & Co. sind derzeit dabei, über Smartphones, Tablets und kleine Lautsprecher unsere Wohnzimmer zu erobern. Wie in der Science‐Fiction‐Serie „Star Trek“, die im 23. und 24. Jahrhundert spielt, kann man mit dem Computer reden. Auch immer mehr Haushaltsgeräte wie die Kaffeemaschine und die Waage sind mit Spracherkennung und künstlicher Intelligenz ausgestattet, die aus unseren Eingaben lernen und uns das Leben einfacher machen sollen. Ein Selbstversuch soll zeigen, ob es geht. „Wie Spracherkennung und künstliche Intelligenz unsere Wohnzimmer erobern – ein Selbstversuch“ weiterlesen