Estimated Prophet, Jack Mormon – Zum Tod von John Perry Barlow

Don’t worry bout me, no no, don’t worry bout me, no
And I’m in no hurry, no no no, I know where to go.
California, preaching on the burning shore
California, I’ll be knocking on the golden door
Like an angel, standing in a shaft of light
Rising up to paradise, I know I’m gonna shine

1977 hat John Perry Barlow für die „Grateful Dead“ „Estimated Prophet“ geschrieben, wie so viele der Songs der großen Psychedelic-Rock-Band. Ein geschätzter, nicht nur eingeschätzter Prophet ist Barlow, der am Mittwoch (07.02.) im Alter von 70 Jahren gestorben ist, selbst geworden – nicht nur als Texter, nicht nur bei Deadheads.

John Perry Barlow
John Perry Barlow, Co-Founder, Electronic Frontier Foundation-1668 flickr photo by LeWeb14 shared under a Creative Commons (BY) license

Barlow war ein Pionier des freien Netzes. Seine „Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace“ setzte er 1996 gegen die Versuche, das Internet immer mehr einzuhegen, zu kommerzialisieren, zu zensieren und zu regulieren. „Regierungen der industriellen Welt, ihr müden Giganten aus Fleisch und Stahl, ich komme aus dem Cyberspace, der neuen Heimat des Geistes“, beginnt die Erklärung, geschrieben in Davos beim Weltwirtschaftsforum, dort, wo sich die Vertreter der müden Giganten und der alten Welt trafen, wie Blinde von der Sonne vom Netz sprachen, während Bill Clinton die Telekommunikationsbehörde ermächtigte, Inhalte im Netz zu regulieren. Zu einer Zeit, als Dienste wie AOL schon das Ende des anarchischen Netzes als ausgemachte Sache sahen, machte er sich als oberster Anarch zum Sprecher des Cyberspace: „Im Namen der Zukunft bitte ich euch, Vertreter einer vergangenen Zeit: Lasst uns in Ruhe! Ihr seid bei uns nicht willkommen. Ihr habt keine Macht mehr, wo wir uns versammeln.“ „Estimated Prophet, Jack Mormon – Zum Tod von John Perry Barlow“ weiterlesen

Haltung gegen „Fake News“ – Papst Franziskus zum „Mediensonntag“

Franz von Sales auf einem Kirchenfenster.
Franz von Sales ist der Patron der Journalisten – an seinem Gedenktag im Januar veröffentlicht der Papst traditionell die Botschaft zum „Welttag der sozialen Kommunikationsmittel“.
By Jwh at Wikipedia Luxembourg, CC BY-SA 3.0 lu, Link

So konkret ist Papst Franziskus in seinen Botschaften zum „Welttag der sozialen Kommunikation“ bisher noch nicht geworden: Waren seine Themen bisher eher pastorale Meditationen über Kernbegriffe und Themen seines Pontifikats – Familie, Barmherzigkeit –, so geht es in der diesjährigen Botschaft um ein tagesaktuelles Thema: „Fake News und Journalismus für den Frieden“ ist sie überschrieben. Und obwohl der Papst sich viel Zeit nimmt, über die Schlange im Paradies zu schreiben und was sie mit „Fake News“ zu tun hat, wird es praktisch.

Spoiler: Auch der Papst hat nicht den großen Wurf, um das Problem zu lösen. Aber auch, wenn die politische Strategie nicht ausbuchstabiert ist: Franziskus zeigt auf, worauf es individuell ankommt: Haltung. „Haltung gegen „Fake News“ – Papst Franziskus zum „Mediensonntag““ weiterlesen

Ein Blick in die Glaskugel: Social Media Trends 2018

Liebe Leute,

das Jahr 2018 ist bereits einen Monat rum und es zeichnen sich bereits erste Trends im Bereich Social Media ab. Drei Mitglieder der AG Digitale Lebenswelten des BDKJ stellen euch hier ihre ganz persönlichen Prognosen für ein spannendes digitales Jahr vor…

Habt ihr Interesse euch über Digitalisierung und die Bedeutung für die Jugendverbandarbeit auszutauschen? Dann kommt doch zu unserer VerNETZt – Digitalexkursion am 02./03. März 2018 in Berlin.

„Ein Blick in die Glaskugel: Social Media Trends 2018“ weiterlesen

Lebenszeichen einer Kirche #anvielenorten

Pastoraler Entwicklungsprozess? Das klingt nach viel trockener Gremienarbeit und nach noch viel mehr Papier. Kann, muss es aber nicht, wie der Erfahrungsbericht von Wolfgang Müller zeigt. Aus seiner Jugendkirchenzeit hat er etliche Ideen mit ins Rottenburger Ordinariat geschmuggelt und probiert dort den Übertrag des Entwicklungsprozesses in die digitale Welt. Damit fällt er auf und bringt so manches in Bewegung.

In seinem Gastbeitrag auf unserem BDKJ-Blog blickt der Theologe auf seine Erfahrungen. „Lebenszeichen einer Kirche #anvielenorten“ weiterlesen

Game-Boy und Walk-Man bleiben natürlich zuhause. Warum fahren wir denn sonst auf ein Lager?“

Mattias Metz, Bundesfachreferent Internationale Gerechtigkeit bei der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG), schreibt heute, wieso Smartphones im Zeltlager nichts zu suchen haben.

Dieser Satz stand in den Zeltlageranmeldungen, die meine Eltern früher unterschrieben haben. Der Gedanke damals war ganz einfach: Mitten im Wald, unter Freunden, sollten wir uns nicht alleine ins Unterholz oder Zelt zurückziehen, sondern uns mit neuen und alten Freunden unterhalten, spielen und das Lagerleben genießen.
Heute haben die meisten weder Game-Boy noch Walk-Man, oft nicht einmal mehr eine Kamera. Alle diese Geräte und noch viel mehr sind in einem verschmolzen: unserem Smartphone. Dadurch stellt sich die alte Frage in neuem Gewand: Sollen Handys mit in das Zeltlager Gepäck oder nicht?
Die Gründe, die dagegen sprechen, haben sich meiner Meinung nach seit Game-Boy und Walkman nicht geändert: Auf Zeltlager wollen wir die Gemeinschaft genießen und das wird schwierig, wenn wir ständig mit dem Rest der Welt vernetzt sind. Lasst uns im Hier und Jetzt sein….

Was das Zeltlager einzigartig macht

Zeltlager sind eine eigene Welt für sich. Wir schlafen in der Natur, umgeben uns mit anderen Menschen als sonst und sind den ganzen Tag mit Spiel, Spaß und Küchenarbeit beschäftigt.
Im Alltag sind wir, wenn wir ehrlich sind, doch oft gar nicht richtig da. An der Bushaltestelle checken wir schnell unsere verschiedenen WhatsApp-Gruppen oder scrollen uns durch Instagram-Profile. Unseren Alltag dokumentieren wir durch Selfies und sind dauerhaft mit hunderten von Freunden oder Kontakten im Austausch. Zeltlager bieten uns da doch eine gelungene Möglichkeit mal Pause vom digitalen Leben zu machen. Die Atmosphäre am Lagerfeuer, das Gitarrenspiel und das schiefe Singen, das lässt sich doch mit keinem Instagramfilter nachbilden. Und Wikingerschach oder „Black Stories“ sind doch ein super Ersatz für die Essensfotos und Katzenbilder die unser Facebookstream so anspült.
Wem während eines Zeltlagers langweilig wird, ist selber schuld.

Keine Regel ohne Ausnahmen

Selbstverständlich gibt es ein paar Ausnahmen: Die Lagerleitung sollte natürlich ein Telefon zur Hand haben. Schließlich kann es trotz aller Vorsicht zu Notfällen kommen, bei denen die Eltern eines Teilnehmers oder einer Teilnehmerin erreicht werden müssen oder bei denen es wichtig ist, dass Informationen der Eltern weitergegeben werden müssen.
Ebenso wäre es bei Haiks oder längeren Ausflügen heute unverantwortlich, wenn die Gruppen ohne Handy unterwegs sind. Das hängt auch damit zusammen, dass durch die Verbreitung von Smartphones immer weniger Telefonzellen vorhanden sind. Das Handy sollten sie natürlich nur für Notfälle nutzen, nicht um sich den Spaß des Verlaufens zu nehmen, indem sie sich nicht die Gegend anschauen, sondern nur die Navi-App.

Fazit

Zeltlager ohne Smartphone kann extrem Spaß machen! Für faule Regentage kann man ein Buch und einen Satz Karten einpacken, coole Leute sind, ganz analog, eh da. Und die Fotos kann ja jemand machen, der wirklich gerne und gut fotografiert, der hat sowieso eine gute Kamera dabei.

P.S.: Wenn ihr euch entscheidet, euren Teilnehmer*innen aus oben genannten Gründen davon abzuraten, das Telefon mitzunehmen, dann sollten die Betreuer*innen und Jugendleiter*innen natürlich mit gutem Beispiel vorangehen…

Foto: DPSG / Christian Schnaubelt

Lebenswelten anerkennen – Pro Smartphones im Zeltlager!

Lutz Hüser, stellvertretender Sprecher der Malteser Jugend Deutschland, schreibt, wieso Smartphones im Zeltlager zur Jugendverbandsarbeit passen.

Zugegeben: Das Bild des smartphone-freien Zeltlagers mit all seiner Magie, vornehmen Bescheidenheit und seinen Abenteuern steht uns Jugendverbänden gut – nicht zuletzt auch als Argument für Eltern, die ihre „Handy-Zombies“ doch mal zwei Wochen bei uns in die „Handy-Kur“ schicken.

Noch besser steht uns aber meiner Meinung nach das Bild derjenigen, die Kinder und Jugendliche ihrer Selbst wegen und ihrer Lebenswelt entsprechend abholen. Und diese Lebenswelten, das wird in der letzten Sinus-Studie deutlich, sind eben auch digitale Welten.

Wer sind wir, diese Lebenswelten nicht anzuerkennen und sie zwanghaft aus unseren Zeltlagern verbannen zu wollen? Und: warum sollten wir das überhaupt tun?

Ungeachtet der vielen wirklich guten Möglichkeiten Smartphones und Social Media in einem gewissen Rahmen im Zeltlager einzubinden, geht es doch wie in so vielen Dingen im Leben um das richtige Maß.

Und da glaube ich: Eine Lagergemeinschaft, und da sind alle, Leiter*innen, Teilnehmende und sonstige Unterstützer*innen mit eingeschlossen, sollte in der Lage sein, den für sich richtigen Weg und das richtige Maß im Umgang mit Smartphones zu finden. Denn, auch das zeigt die Sinus-Studie: Selbst Jugendliche sind in bestimmten Situationen von Handys genervt.

Warum also das Thema nicht positiv, partizipativ und gemeinschaftsstiftend, statt dogmatisch und separierend besetzen? Und wenn ihr eine gute Lösung für Euch gefunden habt: Postet darüber, das dürfte sicherlich auch für andere Ferienfreizeiten interessant sein!

Foto: DPSG/ Christian Schnaubelt

Sind medienfreie Angebote für Jugendliche in einer von Medien dominierten Welt notwendig?

Dies ist ein Beitrag zur Blogparade „Jugendarbeit im digitalen Wandel“, an der sich Martin Diem, Mitglied der AG Digitale Lebenswelten des BDKJ-Bundesverbandes“, in Form eines Kommentars beteiligt.

Medien“ wird im Alltag gleichbedeutend mit „Kommunikationsmittel“ verwandt, also Dingen, die Informationen zwischen Menschen transportieren. Dies sind zum Beispiel Fernseher, Radio, Zeitungen, internetfähige Endgeräte mit den entsprechenden Kanälen (Snapchat, WhatsApp, Facebook…), Telefone… . Diese Begriffsannäherung zeigt das große undifferenzierte Feld dieser Fragestellung. Ein Teil der menschlichen Kommunikation findet in, über und durch diese „Medien“ statt.
Die Nutzung von Medien lässt sich, auch in einer auf direkte Interaktion ausgelegten Jugend(verbands)arbeit, kaum vermeiden.

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Gibt’s hier WLAN?“ – vom Internet in Seminarhäusern

Weit verbreitet, aber trotzdem nicht selbstverständlich ist die WLAN-Versorgung in Seminarhäusern. Gerade dort, wo wir uns mit Jugendgruppen einmieten, um Schulungen, Tagungen oder Freizeiten durchzuführen, ist es oft nicht Standard, dass ein kabelloser Zugang zum Internet gewährleistet ist.

Innenhof Republica
© Daniel Köberle / CC0 Public Domain

Dabei gilt: Je ländlicher die Häuser liegen, desto größer sind die Flecken auf der Offlinelandkarte. Gibt’s hier WLAN?“ – vom Internet in Seminarhäusern“ weiterlesen