Schluss mit Hass – Reichweite für Toleranz! Ein digitaler Selbstversuch des BDKJ Speyer in Social Media

Das Social Media Camp des BDKJ Speyer © BDKJ Speyer

Yeah‐wir sind das Camp! Wir‐ das sind die 13 Camper_innen des BDKJ Speyer, die sich gerade in der virtuellen (und irgendwie auch physisch fühlbaren) Filterblase des „Social‐Media‐Camp Zukunftszeit“ befinden. Leider fehlt uns in regelmäßigen Abständen die nötige Infrastruktur: Weg ist es, das Netz. Schade eigentlich. Gibt uns aber Gelegenheit, zwischen Monitoring und Posting, Schnitt und GIF‐Produktionen ein bisschen von unseren Erfahrungen zu berichten. Wir würden nämlich jetzt, am letzten Camp‐Abend, allen Jugendverbänden ein ähnliches Format empfehlen: Es rockt!
„Zukunftszeit“ ist eine geniale Aktion! Uns hat der Ansatzpunkt gefallen, unseren Themen‐ in diesem Fall Toleranz und Vielfalt‐ durch dezentrale Projekte eine große Aufmerksamkeit zu verschaffen. In letzter Zeit erleben wir jede Menge Hass statt Toleranz und schwarz‐weißes Denken statt Vielfalt und Weltoffenheit. Das gilt besonders für die Sozialen Netzwerke. Da wollten wir ansetzen. Wir wollten uns fit machen, um selbst gut argumentieren zu können.
Warum? Wir sind Christ_innen und wir glauben an Gott. Wir fühlen uns aus unserem Glauben heraus besonders verpflichtet zum Engagement und sind solidarisch mit den Schwachen. Das sind in aller Regel Minderheiten, die dem Hass Einzelner ausgesetzt sind. Wir lernen hier gemeinsam, dem ohne Furcht entgegenzutreten. Dafür das Camp. Weil wir das glauben. Weil wir was tun wollen. Und weil wir das auch tun können. Wir vertrauen auf ein seit mehr als 2000 Jahren gepflegtes Netzwerk, das uns als BDKJ Speyer praktischerweise auch mit netten und hilfsbereiten Menschen im Bereich Social Media bestens vernetzt.

Mit dem Netz fängt es an.

Wir haben also eine Woche Zeit. Klang zu Beginn verdammt lang. Heute würden wir sagen: Das ist verdammt wenig. In dieser Woche arbeiten wir mit Referent_innen zusammen, die uns mit dem nötigen Input versorgen: Anna Grebe war via Skype zu Gast und hat uns erklärt, was Hatespeech ist und warum und wie man was dagegen tun kann. Adrian Dietrich hat uns in Sachen Videoproduktion beraten. Ein echter Crashkurs war das! Von Kameraeinstellungen bis Schnittprogramm, von Ideenfindung bis Produktionsabschluss in zwei Tagen. Andreas Ganter ist Journalist und Redakteur und hat uns erklärt, wo der Unterschied zwischen einer Nachricht und gefälschten Nachrichten liegt, wie Journalisten arbeiten und welche Regeln gelten, wenn wir selbst eine (Social-Media-)Redaktion sind. Heute waren wir im Dachkammer‐Aufnahmestudio des Bistums Speyer und haben mit Uwe Burkert von RPR1 einen Podcast erstellt. Dazu hatten wir Pia Schellhammer zu Gast, die jugendpolitische Sprecherin von B90/Grüne im Landtag Rheinland‐Pfalz. Felix Goldinger von der Netzgemeinde DA_ZWISCHEN unterstützt uns als Meta‐Blogger im Hintergrund. Er bloggt unsere Camperfahrungen auf www.bdkj-camp.de. Und dann waren da noch deutschlandweit zehn nette Menschen, die als Joker für Spezialfragen jederzeit für uns erreichbar waren. Was hätten wir bloß ohne sie gemacht?
Wir hatten zwei große Ziele: Unsere Themen aus der Kirchen‐Filterblase zu holen und „Zukunftszeit“ in die Anders‐Orte des Netzes zu bringen. Mit viel Reichweite! Letzteres haben wir schon ganz gut erreicht. Wir sind unglaublich stolz auf eine Gesamtreichweite von mehr als 66.ooo erreichten Personen in dieser Woche (und stoßen darauf gleich mal an!). Aber wir kleben in der Blase fest und es scheint da auch kein probates Mittel zu geben, das dieses Problem löst. Jetzt haben wir die Videos gesponsert und schreiben im Hintergrund in Mails und Nachrichten Institutionen, Parteien und Verbände an‐ aber es tut sich nicht so viel. Sowohl auf Facebook als auch auf Twitter und Instagram bleiben wir in der Ecclesio‐Bubble. Schade.
Also haben wir eine neue Baustelle aufgemacht: Wo_Manpower gegen den Algorithmus. Wir suchen gezielt auf unterschiedlichen Kanälen‐ bevorzugt auf Twitter und Facebook‐ nach Beiträgen, die zur Zielscheibe von Hater_innen werden. Was uns echt noch schwer fällt, ist die Diskussion. Dass man einen Hassbeitrag entdeckt oder Fakenews erkennt heißt noch lange nicht, dass man darauf angemessen reagieren kann. Was sich gut „verteilen“ lässt, sind unsere BDKJGIF, die wir im Camp gebaut haben (wir haben uns kaputt gelacht dabei!). Letztlich sind sie auch ein Resultat aus der Analyse von Hasskommentaren, auf die wir im Netz gefunden haben. Morgen wollen wir noch einmal gezielter Antworten auf Hasskommentare formulieren. Bis dahin genießen wir jetzt noch unseren kleinen „Videohype“ und die entsprechenden Reichweiten. Und dann will das Team die noch verbliebene Energie in die Produktion von „Late‐Night‐Content“ stecken 😉 Irgendwie steht gerade als Uhrzeit für den Dreh 4 Uhr 44 im Raum. Kleiner Einblick: Es ging um Straßenlaternen, die gelöscht und ein Auto, dessen Scheinwerfer im geparkten Zustand die Wiese vor dem Haus beleuchten…. #esgibtkeinepausennurbesserencontent

Keine Feier ohne Speyer!

Wer mehr wissen will, kann gerne einen Blick auf www.bdkj-camp.de werfen oder uns auf Facebook, Twitter und Instagram besuchen. Und wer noch mehr wissen will, kann uns gerne einfach eine Mail an presse@bdkj-speyer.de schicken.

Zur Autorin: Katharina Goldinger ist Referentin für Presse‐ und Öffentlichkeitsarbeit beim BDKJ Speyer und begleitet das Social Media Camp – auch bis in die frühen Morgenstunden, wo die besten GIFs entstehen, wie man der Facebook‐Seite des BDKJ Speyer entnehmen kann.

Autor: Katharina Goldinger

Referentin für politische Bildung und Öffentlichkeitsarbeit beim BDKJ-Diözesanverband Speyer.

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