Wenn ich groß bin, werde ich… Ein Beitrag zu #sid18

Zwei Jugendliche bei der Produktion eines YouTube‐Clips im Rahmen der ActionLabs von ACT ON! in Berlin. Quelle Beitragsbild: JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis

… YouTube‐Star! Nein, nicht Fußballer oder Pilotin oder Polizistin – YouTube‐Star. Ok, Fußballer ist bei manchen immer noch hoch im Kurs, aber diese Bewegtbildplattorm schlägt alle!

Warum ist das so? Was finden Kinder und Jugendliche so faszinierend an YouTube? Welche weiteren Plattformen sind für 10‐ bis 14‐Jährige interessant und was sind dabei heutige Vorbilder für unsere Kinder? Wie gehen Heranwachsende im Übergang von Kindheit zu Jugend mit Online‐Risiken um, welche Strategien haben sie bereits entwickelt und welche Unterstützung brauchen sie? Diese Fragen untersucht das Projekt ACT ON! aktiv + selbstbestimmt online des JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis, gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

Dabei fußt dieses Modellprojekt auf zwei Säulen: Der Schwerpunkt des Praxismoduls liegt in der kontinuierlichen Begleitung von Kinder‐ und Jugendgruppen. ACT ON! ist an unterschiedlichen Standorten Deutschlands vertreten, um mit Heranwachsenden ihre Perspektive auf ihr Online‐Handeln zu diskutieren, zu reflektieren und innovative medienpädagogische Impulse zu setzen. Die Perspektive der Kinder und Jugendlichen wird modular im ACT ON!-Projektblog aufbereitet und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig werden aktuelle Themen und Fragestellungen dieser Zielgruppe mit pädagogischen Fachkräften diskutiert, um so pädagogische Handlungsoptionen erproben zu können.
Die zweite Säule des Projekts ACT ON! aktiv + selbstbestimmt online bildet die Monitoring‐Studie. Sie eruiert die Perspektive von 10‐ bis 14‐Jährigen auf aktuelle Medienphänomene und ihre diesbezüglichen Schutz‐, Informations‐ und Unterstützungsbedürfnisse. Die Ergebnisse liefern fundierte Hinweise für die Weiterentwicklung von pädagogischen Modellen zur Medienkompetenzförderung und Grundlagen für den Jugendmedienschutz.

Heute, am Safer Internet Day ist der vierte Short Report von ACT ON! erschienen. In vorangegangenen Befragungen der Monitoringstudie waren Hinweise aufzufinden, dass 10‐ bis 14‐jährige Heranwachsende sich in vielerlei Hinsicht an den YouTube‐Stars orientieren, ohne dass in diesen relativ breit angelegten Befragungen Indizien für eine kritische Auseinandersetzung mit den bewunderten Youtuberinnen und Youtubern zu erkennen waren. Um diesen Hinweisen in späteren Befragungen vertieft nachzugehen, wurde eine vorbereitende problemorientierte Medienanalyse durchgeführt. Darüber hinaus wurde erfasst, welche Strategien der Publikumsbindung und Interaktion mit den jungen Nutzenden die Youtuberinnen und Youtuber anwenden. Analysiert wurde ein begrenzter, für die Altersgruppe der 10‐ bis 14‐Jährigen jedoch hoch relevanter Ausschnitt aus dem breiten Angebot der Plattform YouTube. Einbezogen wurden exemplarische Vertreterinnen und Vertreter der für die Zielgruppe relevanten Genres Vlog, Comedy, Let’s Play und Beauty/Fashion/Lifestyle.
Die Ergebnisse der Studie beleuchten Mechanismen der Bewegtbildplattform und liefern gute Hinweise darauf, warum Kinder und Jugendliche so fasziniert sind von YouTuberinnen und YouTubern.

Autor: Kerstin Heinemann

Kerstin Heinemann ist Dipl. Religions- und Medienpädagogin und arbeitet derzeit am JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis in München. Dort koordiniert sie (wenn sie nicht gerade in Elternzeit ist) u.a. das Projekt ACT ON! aktiv + selbstbestimmt online des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Ihre Schwerpunkte sind die Koordinierung von Konzepten und Modellprojekten für die pädagogische Arbeit mit digitalen Medien, die Begleitung junger Menschen bei der Planung und Umsetzung von Medienproduktionen und die Frage nach Partizipationsmöglichkeiten und Jugendmedienschutz in gesellschaftlichen und politischen Zusammenhängen vor dem Hintergrund des digitalen Wandels. Heinemann ist Mitglied in der Expertengruppe Social Media der publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz.

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