#bdkjvernetzt – Links der Woche Nr. 9

Coolest @Lamp ever
Coolest @Lamp Ever flickr photo by Tojosan shared under a Creative Commons (BY-NC-SA) license

Langsam verabschieden sich alle in die Sommerferien. Trotzdem passiert noch viel in Sachen digitale Lebenswelten – die Links der Woche dieses Mal mit Pfadfinderinnen, Informatik-Ethik, „spawn con“ und Porno-Filtern.

Wenn ihr von den Links nur einen lest: netzpolitik.org beschäftigte sich damit, was es bedeutet, wenn aus Datenschutzgründen Kinder und Jugendliche von der Nutzung von Kommunikationskanälen ausgeschlossen werden.

Link der Woche

Chris Köver berichtet auf netzpolitik.org von der Sperrwelle auf Twitter für Nutzer*innen, die laut Gesetz zu jung dafür sind – eine Nebenwirkung des Datenschutzes. Für alles eine elterliche Einwilligung ist problematisch, weil es Kinder und Jugendliche und ihre Rechte selbst nicht ernst nimmt: „Besonders verheerend ist das für Jugendliche, die die Zustimmung ihrer Eltern mit gutem Grund nicht einholen können: Jungs, die auf Jungs stehen und das vor ihren Eltern verbergen; Kinder, die in ihrer Familie Gewalt erleben oder die sich womöglich einfach über Sex und Verhütung informieren wollen. Ihr Recht auf Privatsphäre missachtet das Gesetz. Statt diejenigen zu schützen, die es besonders nötig hätten, trägt es so eher dazu bei, sie zu isolieren.“ Bereits 2015 hat danah boyd auf das Thema hingewiesen: What If Social Media Becomes 16-Plus?

Auch interessant

  • Digital denken: Digitalität ist mehr als Marketing. Sie verändert die Art und Weise, wie wir leben, denken und fühlen. Christian Henkel wirft bei feinschwarz.net einen theologische Blick auf Chancen und Risiken der digitalen Revolution.
  • Große Überraschung: Elterliche Kontrollen stoppen Jugendliche nicht davon, Pornografie zu sehen, findet neue Forschung (die Studie ist auch online). Der großflächige Aufbau einer Filterinfrastruktur bringt für den Jugendschutz wenig bis nichts, stattdessen gibt es große Risiken (von versehentlichem „Overblocking“ bis offener Zensur) für die digitale Öffentlichkeit. Dazu: Pornography and digital rights
  • Die US-Pfadfinderinnen können bald noch mehr Abzeichen für digitale Kompetenzen bekommen: Girl Scouts unveils 30 new STEM-related badges, including space exploration and cybersecurity. Die Pfadfinderchefin Sylvia Acevedo dazu: “Whether they are fighting cybercrime, exploring how engineers solve problems, or advocating for issues affecting their community, Girl Scouts are learning how to proactively address some of the foremost challenges of today while also building skills that will set them up for a lifetime of leadership.”
  • Wie nutzen Jugendliche soziale Medien anders als Erwachsene? Barbara Buchegger von der Initiative Saferinternet.at gibt Einblick – und erklärt die Risiken und Unklarheiten, denen Teenager bei der Informationssuche ausgesetzt sind.
  • Standesethik für Informatiker*innen: Die Gesellschaft für Informatik hat ihre ethischen Leitlinien aktualisiert – weil Informatik mehr als Code ist: „Das GI-Mitglied trägt Verantwortung für die sozialen und gesellschaftlichen Auswirkungen seiner Arbeit. Es soll durch seinen Einfluss auf Positionierung, Vermarktung und Weiterentwicklung von IT-Systemen zu deren sozial verträglicher und nachhaltiger Verwendung beitragen.“
  • Sponsored content ist ein einträgliches Geschäftsmodell – besonders einträglich ist die Variante „spawn con“ (etwa: Sprösslings-Content): Babys und Kleinkinder, die als niedliches Influencer-Accessoire dienen – The Best Influencers Are Babies. Und wir diskutieren, ob Kinderfotos auf Facebook gehören.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.