Digital und alterslos: Wie „Alte“ was von den „Jungen“ lernen können

Kolpingjugend erklärt Online-Banking

Kolping ist ein generationenübergreifender Verband. Das macht uns aus und das ist auch die grundlegende Idee unseres Projekts namens „Jung lehrt Alt“. Von älteren Menschen können wir viel lernen – bzw. haben wir schon viel gelernt. Von unseren Eltern und Großeltern, Lehrern und erfahrenen Kollegen. Wenn es um neue Geräte, Dienste oder Technologien geht, gilt das aber auch andersherum: Wir können Älteren etwas beibringen.

Wir (Kolping-)Jugendlichen sind im Zeitalter der Digitalisierung aufgewachsen und kennen uns daher gut damit aus. Im Jahr 2014 haben wir schließlich das Projekt „Jung lehrt Alt“ ins Leben gerufen, um älteren Menschen, die sich nicht mit digitalen Geräten auskennen, den Umgang mit diesen beizubringen.

Die Kolpingjugend des DV Eichstätt stellt seitdem jährlich ca. drei Veranstaltungen auf die Beine, die meist an einem Samstagnachmittag stattfinden. Anfänglich haben wir hauptsächlich den Umgang mit Laptops erklärt, inzwischen sind wir auf Smartphones und Tablets umgeschwenkt. Der Ort der Veranstaltung ändert sich jedes Mal und wandert im Diözesanverband Eichstätt, um möglichst viele Menschen anzusprechen, und findet auch in Kooperation mit anderen Verbänden, zum Beispiel dem Frauenbund, statt. Die Dauer eines Nachmittags liegt meist bei 2–3 Stunden. Zu Beginn wird Kaffee und Kuchen angeboten um dadurch ins Gespräch zu kommen. Dabei stellt sich die Kolpingjugend und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor. Danach werden meist Gruppen à drei Personen eingeteilt, ein „Erklärender“ der Kolpingjugend und zwei Teilnehmerinnen oder Teilnehmer. Dabei ist es wichtig, dass die Lernenden ihre eigenen Geräte dabei haben um den Umgang gleich zu üben. Hier dürfen wirklich alle Fragen gestellt werden, die einem einfallen. Es gibt keine blöden Fragen! Fortgeschrittene sowie Anfänger sind bei uns willkommen.

In diesem Jahr haben wir unser Projekt weiterentwickelt. Unser Kooperationspartner ist die Raiffeisenbank Neumarkt und zusammen mit dieser riefen wir ein neues Projekt ins Leben. Unter dem Namen „Kolpingjugend erklärt“ stellen wir jedem der daran Interesse hat das Thema „Online‐Banking“ vor. Endlich nicht mehr wegen jedem Kontoauszug zur Bank laufen, sondern auf dem Sofa sitzen bleiben! Die Veranstaltung wird von einem Angestellten der Raiffeisenbank begleitet und am Anfang auch eingeführt, damit man einen fachlichen Ansprechpartner hat. Wir sind zwar an einem extra Termin von der Raiffeisenbank geschult worden, dennoch ist es gut, einen Experten oder eine Expertin zur Verfügung zu haben. Anschließend werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wieder in zweier Gruppen eingeteilt und je ein Kolpingjugendlicher erklärt. Laptops werden von uns gestellt. Erklärt wird an der Demoversion online.

Das Schönste an den Veranstaltungen ist, dass sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie die Kolpingjugendlichen untereinander immer sehr gut verstehen. Es gibt keine Unlust oder Frustration. Mit anderen Generationen ins Gespräch zu kommen – gerade über so ein Thema – ist sehr interessant. Aus meiner Sicht lernen wir auch von den Älteren, dass das ständige Erreichbar‐Sein‐Müssen nicht so wichtig ist wie ein persönliches Treffen. Dafür lehren wir, wie nützlich ein Smartphone sein kann 🙂

Simone Kuffer ist ehrenamtliche Diözesanleiterin der Kolpingjugend Eichstätt. Bei dem Projekt ist sie seit dessen Start dabei. Weiter ist sie als Leitung ihrer Heimat‐Kolpingfamilie Dietfurt aktiv.

Autor: Simone Kuffer

Simone Kuffer ist ehrenamtliche Diözesanleiterin bei der Kolpingjugend Eichstätt. Aktiv ist sie außerdem in der Leitung der Kolpingfamilie Dietfurt.

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