Mitbestimmung 2.0 – 3 nützliche Tools für den Konferenzalltag

Die nächste Konferenz kommt bestimmt – und mit ihr auch Berichte schreiben, Anträge diskutieren und Wahlen vorbereiten. Meist passiert das alles noch analog, doch mittlerweile gibt es ziemlich gute Tools, die euch das Konferenzleben deutlich vereinfachen:

Antragsgrün ist (wie schon der Name vermuten lässt) ein Onlinetool von Bündnis 90/ Die Grünen zur Antragsverwaltung. Die Open-Source-Software kann allerdings von jedem kostenfrei genutzt werden, um Anträge bereits im Vorfeld seiner Konferenz den Delegierten zur Verfügung zu stellen. Diese können ihre Kommentare und Änderungsanträge dann direkt an der passenden Stelle und für alle anderen Konferenzteilnehmer*innen sichtbar veröffentlichen. Das spart viel Zeit bei der Antragsdiskussion vor Ort und verhindert (schade, das war doch immer das Beste!) mehrfaches Vorrennen zur Moderation, bis auch das letzte Semikolon an der richtigen Stelle im Änderungsantrag drin ist.

Nicht nur Änderungen, sondern auch eigene Anträge könnt ihr und eure Delegierten auf der Webseite eintippen. Diese werden dann auch – je nach Zeitpunkt – automatisch als fristgerechte, verspätete oder Initiativanträge markiert und alle registrierten User erhalten sofort eine Benachrichtigung per Mail. Praktisch, denn so kann sich jede*r auf den Antrag aus dem Verband nebenan einstellen und sich bereits im Vorfeld mit seiner Delegation darüber auslassen!

Dass sich Antragsgrün zwar hervorragend für die Vorbereitung der Anträge und Änderungen dazu, aber eher weniger für die eigentliche Diskussion auf der Konferenz selbst passt, mussten wir jedoch schon selbst merken. Die Entwickler haben hier mit einem Update zwar nachgebessert, beschreiben die Funktion selbst allerdings immer noch als unausgereift.

Mit OpenSlides könnt ihr eure Tagesordnung und Anträge, aber auch Wahlergebnisse und Redner*innenlisten auf die Leinwand bringen. Das Beste: Aktuelle Konferenzereignisse könnt ihr über ein Redaktionssystem eingeben, ohne aus dem Präsentationsmodus zu wechseln. Die Bearbeitung funktioniert sogar verteilt über mehrere mobile Endgeräte. So könnt ihr immer zur aktuell benötigten Folie springen und euren Tagesordnungspunkt am Beamer visualisieren.

Auf einem zweiten Bildschirm zeigt euch OpenSlides die aktuelle Redeliste an – vergessene Wortmeldungen adé! Zum perfekten Jingle-Timing könnt ihr in Pausen eine Stoppuhr laufen lassen („Wir brauchen nur zwei Minuten zum Mauscheln!“), ihr könnt Wahlscheine augenblicklich im Programm generieren und ausdrucken, die Beschlussfähigkeit prüfen und die Teilnehmer*innen der Konferenz können jederzeit die aktuelle Tagesordnung, Wahlergebnisse und Anträge über ihr Mobilgerät nachlesen. Das Programm könnt ihr übrigens auch ganz einfach ohne Registrierung ausprobieren.

Zum analogen, rot-grünen Stimmungsbild gibt es auch digitale Alternativen. Mit PollEverywhere könnt ihr selbst kreierte Fragen direkt auf die Smartphones eurer Konferenzteilnehmer*innen schicken. Per Link können die Delegierten die hierzu generierte Webseite aufrufen und euch ihr Feedback zuschicken, natürlich anonymisiert.

Die Einsatzmöglichkeiten sind (fast) unbegrenzt: Sei es zur Veranstaltungsauswertung, für Feedback zum aktuellen Berichtsteil, Einschätzungen zu einem Antrag und vieles mehr. Neben Multiple-Choice-Fragen könnt ihr auch offenes Feedback einholen und dieses in einer „Wörter-Cloud“ häufig verwendeter Begriffe zusammenfassen. Ihr könnt partizipativ gemeinsame Rankings erstellen oder auch einfach nur Up- und Downvotes sammeln. Die Ergebnisse könnt ihr dann gemeinsam vor Ort auswerten oder auch herunterladen und später nochmal im Team besprechen – übrigens auch per App.

Einige dieser und weitere Tools findet ihr auch auf der Website von jugend.beteiligen.jetzt.

Autor: Simon Schwarzmüller

Simon Schwarzmüller ist Diözesanleiter der KjG Speyer.

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